
Verloren gegangene Fähigkeiten und Sinnesleistungen können sich durch die Entwicklung von innovativen Prothesen wieder herstellen lassen. Forschung in der Medizintechnik arbeitet an neuen Lösungen in medizinisch und technisch komplexen Einsatzgebieten. Die heute sichtbaren Erfolge der minimal invasiven Chirurgie, bei der miniaturisierte Behandlungs- und Operationsverfahren Diagnose und Therapie von Erkrankungen revolutionieren, zeigen die Möglichkeiten der Medizintechnik für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.
Die Medizintechnik ist ein multidisziplinäres und thematisch weit gespanntes Forschungs- und Anwendungsfeld, welches in Deutschland durch ein hohes Innovationspotenzial und qualitativ hochwertige Entwicklungen gekennzeichnet ist. Die Fortschritte in der Medizintechnik - wie miniaturisierte Behandlungs- und Operationsverfahren, modernste Bildgebungsverfahren oder verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten (zum Beispiel durch Telemedizin) - revolutionieren Diagnose und Therapie von Erkrankungen und bringen damit erhebliche Verbesserungen sowohl für die Patienten als auch für die weiterführende Forschung.
Vormals stationäre durchgeführte Leistungen können ambulant erbracht werden. Nebenwirkungen und Komplikationen werden zum Beispiel durch minimalinvasive Eingriffe deutlich verringert. Gleichzeitig muss jedoch sicher gestellt werden, dass mit der Entwicklung technischer Innovationen besonders in spezialisierten hochtechnischen Bereichen die Versorgungskosten gesenkt oder die Versorgungsqualität bei vertretbarem Kostenaufwand deutlich verbessert wird.
Heute werden medizintechnische Forschungen und Entwicklungen am anwendungs- und patientenorientierten Bedarf ausgerichtet und gefördert. Um die Nutzungsperspektiven für den Patienten besser zur Geltung zu bringen, werden im Gesundheitsforschungsprogramm die Medizintechnik-Aktivitäten eng mit den anderen BMBF-Programmen verbunden. Daher hat das BMBF die bisherigen Einzelmaßnahmen der verschiedenen Fachprogramme in ein Rahmenkonzept Medizintechnik eingebunden. Außerdem werden die beteiligten Disziplinen stärker vernetzt. Auch gänzlich neue Forschungsansätze erhalten die Chance, verwirklicht zu werden. Mit all diesen Förderaktivitäten will das BMBF den Wachstumsmarkt Medizintechnik stärken und weiter ausbauen. Gesundheitsökonomische Überlegungen spielen in Zukunft bei allen medizinischen Neuentwicklungen eine große Rolle.
Auf einem Weltmarkt für Medizinprodukte im Umfang von etwa 170 Mrd. Euro erzielen deutsche Unternehmen etwa 12 Mrd. Euro Umsatz mit etwa 85.000 Beschäftigten. Sie sind damit nach den USA und Japan drittgrößter Anbieter von medizintechnischen Produkten. Die deutsche Medizintechnik ist traditionell stark auf die internationalen Märkte ausgerichtet: Über 50% der Produkte gehen in den Export, wobei die Mitgliedstaaten der EU die Hauptabnehmer sind. Experten bescheinigen diesem Industriezweig auch zukünftig ein erhebliches Wachstumspotenzial.
Das BMBF hat 2007 erstmals einen "Aktionsplan Medizintechnik" vorgelegt, mit dem die vielfältigen Förderaktivitäten des Bundes und unterschiedlicher BMBF- Programme unter drei herausragenden Themen gebündelt werden. Diese sind:
Zur internen Koordination der verschiedenen Fachprogramme des BMBF wurde der Koordinierungskreis Medizintechnik etabliert. Als externes Beratungsgremium fungiert der Medizintechnische Ausschuss (MTA) des Gesundheitsforschungsrats. Das BMBF wird die Förderung auch in kooperativer Zusammenarbeit mit dem
Bundesministerium für Gesundheit und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gestalten, um dem Umstand gerecht zu werden, dass der Markt für Medizinprodukte im Wesentlichen durch das Gesundheitsversorgungssystem geprägt ist und die Forschungsförderung die dadurch vorgegebenen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und wo möglich positiv zu gestalten hat. Nicht zuletzt bedarf die Sicherung des medizinischen Fortschritts einer breiten gesellschaftlichen Diskussion. Dies setzt eine intensive Information der Öffentlichkeit über Entwicklungen in der Forschung voraus.
Weitere Informationen über die Medizintechnik finden Sie [hier]
Für eine schnelle Behandlung von Krankheiten ist deren frühzeitige und genaue Erkennung die wesentliche Voraussetzung. Bildgebende Verfahren sind dafür das klassische Instrumentarium, mit dem es möglich ist, Prozesse im lebenden Organismus nicht invasiv darzustellen. Der Einsatz von Computern machen es zusammen mit der Entwicklung neuer Verfahren sogar möglich, Zellen und Organe eines Körpers im Zusammenspiel mit dem Gesamtorganismus zu analysieren und den Organismus für einen begrenzten Zeitraum "in Aktion" zu beobachten. Die Weiterentwicklung Bildgebender Verfahren ist daher von besonders hohem Interesse für die medizinische Diagnostik und damit die medizinische Versorgung der Bevölkerung.
Das BMBF hat dazu als Maßnahme die Förderung von Forschungsverbünden zum Thema "Molekulare Bildgebung in der Medizin - MoBiMed" ausgeschrieben, mit der unterschiedliche Techniken und Verfahren zur molekularen Bildgebung weiter entwickelt werden sollen.
Das BMBF unterstützt gemeinsam mit der Siemens AG beim Forschungszentrum Jülich außerdem die Entwicklung eines neuen Gerätetypus, bei dem die Magnetresonanztomographie mit der Positronen-Emissionstomographie (PET) zu einem hybriden Bildgebungsverfahren kombiniert wird. Der Baubeginn für das mit außergewöhnlich hohen Feldstärken arbeitende Gerät fand am 27. Juni 2007 in Jülich statt. Ein erster Schwerpunkt der neuen Untersuchungsmethode soll auf der Beobachtung von Tumoren und neurologischen Vorgängen im Gehirn liegen.
Der Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 1999 führt das BMBF diesen Wettbewerb jährlich durch. Er bietet Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, ungewöhnliche und innovative Ideen für medizintechnische Produkte zu verwirklichen, die auf lange Sicht vielen Menschen mehr Gesundheit und Lebensqualität bringen.
Seit 2006 besteht der Wettbewerb aus zwei Modulen. Im Modul "Basis" werden originelle Entwicklungsideen bei der Durchführung grundlegender Untersuchungen (Schlüsselexperimente), die die generelle Machbarkeit belegen, mit bis zu 300.000 € gefördert. Für die im Modul "Transfer" mit bis zu 1,5 Mio. € geförderten Projekte liegen bereits erfolgreiche Schlüsselexperimente vor, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind direkt in Forschung und Entwicklung eingebunden. Mit beiden Fördermodulen trägt das BMBF im Rahmen der Hightech-Strategie zur Lösung von wichtigen medizinischen Problemen bei. Bisher sind 1.093 Anträge eingereicht und 112 Gewinner prämiert worden. Die Sieger der letzten Jahre sind unter http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1426.php zu finden.
Im Oktober 2008 hat das BMBF zum zehnten Mal die Gewinner ausgezeichnet. 14 Sieger erhielten die begehrte Urkunde von Staatssekretär Meyer-Krahmer. Acht Projekte stammen aus dem Wettbewerbsmodul "Basis", sechs Projekte aus dem Wettbewerbsmodul "Transfer". Die Forschungsthemen umfassen ein breites Spektrum. Ein Verbund will die Komplikationsrate bei der Implantation von Hüftgelenkprothesen senken. Ein Team will ein schonendes Verfahren entwickeln, mit dem Patienten eine neue Herzklappe minimalinvasiv über eine Vene ins Herz eingebracht wird und sich dort auffaltet. Mehrere Projekte befassen sich mit der Weiterentwicklung bildgebender Verfahren in der Medizin.
Durch innovative technische Hilfen können verlorene Funktionen und Fähigkeiten der Betroffenen wieder hergestellt oder - soweit eine Wiederherstellung nicht mehr möglich ist - unterstützt bzw. ersetzt werden. Gleichzeitig werden die in Deutschland bereits vorhandenen Kompetenzen aus akademischer und industrieller Forschung in interdisziplinären Verbünden integriert. Der Aufbau geeigneter Kooperationen trägt entscheidend dazu bei, die Attraktivität des Forschungsstandorts Deutschland und die technologische Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu stärken.
Im Rahmen der Leitvision werden zukunftsorientierte Konzepte für die Planung und Durchführung von Operationen in mehreren Krankheitsgebieten entwickelt und realisiert. Sie sollen den künftigen Anforderungen des Gesundheitssystems in einer alternden Gesellschaft gerecht werden. Angestrebt werden anwenderfreundliche, integrative OP-Systeme für verschiedene operative Fachgebiete. Dies umfasst auch interventionelle Verfahren (wie minimalinvasive und endoluminale Eingriffe) und ambulant durchführbare Operationstechniken. Ziel ist es, die Patienten weniger zu belasten und dabei zugleich einen hohen therapeutischen Nutzen zu gewährleisten.
Darüber hinaus werden auch innovative Einzelansätze in der Medizintechnik unterstützt wie zum Beispiel der Forschungsverbund Retina-Implantate. Hier wird eine elektronische Netzhautprothese für Patienten mit einer Retinitis-pigmentosa-Erkrankung entwickelt, die die Funktion der degenerierten Netzhaut ersetzen und den Patienten wieder ein begrenztes Sehvermögen geben soll. Derzeit gehören dem Verbund bundesweit vier inhaltlich orientierte Arbeitsgruppen aus zwölf Universitäten und außeruniversitären Instituten an.
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Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen
2008
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Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen
2008, 2 Seiten
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Medizintechnik in Deutschland
2008, 44 Seiten
Bestell-Nr.: 30404
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Gesundheitsforschung: Forschung für den Menschen
2007, 10 Seiten
Bestell-Nr.: 30316
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Überblick über die aktuelle Medizintechnikförderung
2007, 8 Seiten
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Zusammenfassung
2005, 20 Seiten
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