Wissenschaft
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Exzellenzinitiative für Spitzenforschung an Hochschulen

Zum 1. September sind bei der DFG insgesamt 143 Anträge eingereicht worden, davon 84 Fortsetzungsprojekte aus den ersten beiden Runden und die 59 Neuanträge, die im März von der wissenschaftlichen Jury zur Antragstellung aufgefordert worden sind. Diese Projekte verteilen sich auf die drei Förderlinien mit 63 Anträgen für Graduiertenschulen, 64 für Exzellenzcluster und 16 für Zukunftskonzepte. Lediglich für eine bereits geförderte Graduiertenschule wurde keine weitere Förderung beantragt, da diese, wie zuvor bereits angekündigt, in ein Exzellenzcluster integriert werden soll.

Exzellenzinitiative geht in die dritte Runde

Mit der Veröffentlichung der neuen Kriterien am 12. März 2010 leiteten DFG und Wissenschaftsrat das Auswahlverfahren der Exzellenzinitiative ein. Bis zum 1. September 2010 konnten die Hochschulen in Deutschland Skizzen für Neuanträge einreichen. Die DFG erhielt von 65 Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet insgesamt 227 Projektskizzen, davon stammten die meisten aus Nordrhein-Westfalen (insg. 51), Baden-Württemberg (insg. 36), Bayern (insg. 31) und Berlin (insg. 22). Insgesamt haben es nun 32 Hochschulen mit insgesamt 59 Antragsskizzen in die nächste Phase geschafft. Besonders erfolgreich waren die Projektskizzen aus Berlin (insg. 8) mit einer Erfolgsquote von ca. 36% (Anzahl der eingereichten zu Anzahl der ausgewählten Skizzen), aus Nordrhein-Westfalen (insg. 16) mit einer Erfolgsquote von ca. 31%, Baden-Württemberg (insg. 10) mit einer Erfolgsquote von ca. 27%, und aus Bayern (insg. 7) mit einer Erfolgsquote von 22,5%. Daneben waren aber auch kleinere Universitäten aus Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt oder Brandenburg erfolgreich.

Von den eingegangenen 98 Skizzen für Graduiertenschulen wurden 25 durch die Gemeinsame Kommission für die Einreichung eines Vollantrages ausgewählt. Bei den Exzellenzclustern waren es 27 von 107 eingereichten Skizzen, d.h. etwa jede 4. Skizze hat es in den beiden ersten Förderlinien in die nächste Runde geschafft. Bei den universitären Zukunftskonzepten waren 7 von 22 Skizzen erfolgreich, also etwa jede dritte Skizze. Eine Übersicht der erfolgreichen Projekte finden Sie hier.

Gemeinsam mit den am 2. März 2011 ausgewählten Skizzen für Neuanträge können nun die bereits in den ersten beiden Runden geförderten Projekte bis zum 1. September 2011 ihre Fortsetzungsanträge einreichen. Die endgültige Förderentscheidung fällt im Sommer 2012.

Bereits am 4. Juni 2009 hatten die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten die Vereinbarung zur Fortschreibung der Exzellenzinitiative unterzeichnet. Um Neuanträgen und Fortsetzungsanträgen aus den ersten beiden Förderrunden eine gleichberechtigte Chance zu geben, wurde das Fördervolumen um 30% auf rund 2,7 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2017 gesteigert. Bund und Länder wollen mit der Fortsetzung der Exzellenzinitiative den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Spitzenforschung an deutschen Hochschulen sichtbar machen.

Kleine und mittlere Universitäten sowie kleine Fächer erhalten faire Chance

Bund und Länder haben mit ihren Vorgaben dafür gesorgt, dass die Fortsetzung der Exzellenzinitiative auch für kleine und mittlere Universitäten attraktiv ist. Damit den besonderen Charakteristika von kleineren Universitäten bzw. Forschungsbereichen Rechnung getragen werden kann, werden finanzielle Bandbreiten vorgeschlagen: für Graduiertenschulen zwischen 1-2,5 Millionen Euro pro Jahr (insgesamt rund 60 Millionen Euro jährlich), für Exzellenzcluster zwischen 3 und 8 Millionen Euro pro Jahr (insgesamt rund 292 Millionen Euro jährlich). Zudem wird bei Graduiertenschulen und Exzellenzclustern auch eine gemeinsame Antragstellung mehrerer Universitäten ermöglicht, wenn Synergie, struktureller Mehrwert und institutionelle Nachhaltigkeit der Kooperation an jeder dieser Universitäten sichtbar ist. Erfolgreiche gemeinsame Anträge können dann jeweils auf die Zukunftskonzepte der beteiligten Hochschulen angerechnet werden.

Exzellenzinitiative unterstützt Verbindung von Forschung und Lehre

In den Graduiertenschulen sollen bestmögliche Betreuung und frühe Selbstständigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses gefördert werden. Die Gewinner der Zukunftskonzepte müssen sich unter anderem durch Interdisziplinarität, internationale Verflechtung, gezielte Nachwuchsförderung und Spitzenleistungen als Institution auszeichnen. Mit der Fortschreibung werden erstmals auch innovative Konzepte zur forschungsorientierten Lehre in der Begutachtung der Zukunftskonzepte berücksichtigt.

Dynamik und Aufbruchsstimmung in der Hochschullandschaft

Die Exzellenzinitiative hat bereits in den ersten beiden Runden eine außerordentlich positive Wirkung entfaltet. Dies belegt der Bericht der Gemeinsamen Kommission von DFG und Wissenschaftsrat vom November 2008 über die bisherigen Erfahrungen mit der Exzellenzinitiative. Die Exzellenzinitiative hat an den deutschen Universitäten eine große struktur- und profilbildende Wirkung entfaltet, sie schafft neue forschungsfreundliche Strukturen und fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Universität sowie zwischen Universitäten, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft.

Der wissenschaftliche Nachwuchs gehört zu den zentralen Profiteuren der Exzellenzinitiative. Auch Fragen der Gleichstellung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden durch die Exzellenzinitiative befördert. Nicht zuletzt leistet die Exzellenzinitiative einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der deutschen Universitäten und erhöhe ihre Attraktivität für Studierende und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. In den geförderten Projekten sind bisher rund 4.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rekrutiert worden. Etwa ein Viertel der Rekrutierten kommen aus dem Ausland, viele davon kehren als "Bildungsheimkehrer" nach Deutschland zurück. Ca. 3.800 Personen (90%) des rekrutierten Personals zählen zum wissenschaftlichen Nachwuchs. 2016 soll die Exzellenzinitiative von einer internationalen Expertenkommission evaluiert werden.

  • Wissenschaft

    Erfolgreiche Förderung der Hochschulen in den ersten beiden Runden der Exzellenzinitiative

    Für die Hochschulen standen im Rahmen der ersten beiden Auswahlrunden in den Jahren 2006 bis 2012 insgesamt 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung, 75% davon trägt der Bund. Konkret geht es beim Wettbewerb Exzellenzinitiative um drei projektorientierte Förderlinien, die auch bei der Fortsetzung erhalten bleiben
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/14300.php)

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