Wissenschaft

Exzellenzinitiative

Die Gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates informierten nach Ihrem Beschluss die Ministerinnen und Minister von Bund und Ländern über die wissenschaftlichen Kriterien für die Fortsetzung der Exzellenzinitiative.

Exzellenzinitiative geht in die dritte Runde

Mit der Veröffentlichung der neuen Kriterien am 12. März 2010 leiten DFG und Wissenschaftsrat das Auswahlverfahren der Exzellenzinitiative ein. Bis zum 1. September 2010 können die Hochschulen in Deutschland Skizzen für Neuanträge einreichen. Nach einer wissenschaftlichen Begutachtung werden die ausgewählten Skizzen für Neuanträge und bereits in den ersten beiden Runden geförderte Projekte voraussichtlich im März 2011 zur Einreichung von Vollanträgen aufgefordert. Die endgültige Förderentscheidung fällt im Sommer 2012.

Bereits am 4. Juni 2009 hatten die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten die Vereinbarung zur Fortschreibung der Exzellenzinitiative unterzeichnet. Um Neuanträgen und Fortsetzungsanträgen aus den ersten beiden Förderrunden eine gleichberechtigte Chance zu geben, wurde das Fördervolumen um 30% auf rund 2,7 Milliarden Euro mit einer Laufzeit bis 2017 gesteigert. Bund und Länder wollen mit der Fortsetzung der Exzellenzinitiative den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Spitzenforschung an deutschen Hochschulen sichtbar machen.

Exzellenzinitiative unterstützt Verbindung von Forschung und Lehre

Erstmals werden in der dritten Runde der Exzellenzinitiative auch innovative Konzepte zur forschungsorientierten Lehre in der Begutachtung der Zukunftskonzepte berücksichtigt. Daneben werden die allgemeinen Auswirkungen der Zukunftskonzepte auf die Lehre in die Bewertung einbezogen. Die Gewinner der Zukunftskonzepte müssen sich desweiteren durch Interdisziplinarität, internationale Verflechtung, gezielte Nachwuchsförderung und Spitzenleistungen als Institution auszeichnen. In den Graduiertenschulen sollen auch weiterhin bestmögliche Betreuung und frühe Selbstständigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses gefördert werden.

Kleine und mittlere Universitäten sowie kleine Fächer erhalten faire Chance

Bund und Länder haben mit ihren Vorgaben dafür gesorgt, dass die Fortsetzung der Exzellenzinitiative auch für kleine und mittlere Universitäten attraktiv ist. Damit den besonderen Charakteristika von kleineren Universitäten bzw. Forschungsbereichen Rechnung getragen werden kann, werden finanzielle Bandbreiten vorgeschlagen: für Graduiertenschulen zwischen 1-2,5 Millionen Euro pro Jahr (insgesamt rund 60 Millionen Euro jährlich), für Exzellenzcluster zwischen 3 und 8 Millionen Euro pro Jahr (insgesamt rund 292 Millionen Euro jährlich). Zudem wird bei Graduiertenschulen und Exzellenzclustern auch eine gemeinsame Antragstellung mehrerer Universitäten ermöglicht, wenn Synergie, struktureller Mehrwert und institutionelle Nachhaltigkeit der Kooperation an jeder dieser Universitäten sichtbar ist. Erfolgreiche gemeinsame Anträge können dann jeweils auf die Zukunftskonzepte der beteiligten Hochschulen angerechnet werden.

Dynamik und Aufbruchsstimmung in der Hochschullandschaft

Die Exzellenzinitiative hat bereits in den ersten beiden Runden eine außerordentlich positive Wirkung entfaltet. Dies belegt der Bericht der Gemeinsamen Kommission von DFG und Wissenschaftsrat vom November 2008 über die bisherigen Erfahrungen mit der Exzellenzinitiative. Die Exzellenzinitiative hat an den deutschen Universitäten eine große struktur- und profilbildende Wirkung entfaltet, sie schafft neue forschungsfreundliche Strukturen und fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Universität sowie zwischen Universitäten, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft. Der wissenschaftliche Nachwuchs gehört zu den zentralen Profiteuren der Exzellenzinitiative. Auch Fragen der Gleichstellung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden durch die Exzellenzinitiative befördert. Nicht zuletzt leistet die Exzellenzinitiative einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung der deutschen Universitäten und erhöhe ihre Attraktivität für Studierende und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. In den geförderten Projekten sind bisher rund 4.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rekrutiert worden. Etwa ein Viertel der Rekrutierten kommen aus dem Ausland, viele davon kehren als "Bildungsheimkehrer" nach Deutschland zurück. Ca. 3.800 Personen (90%) des rekrutierten Personals zählen zum wissenschaftlichen Nachwuchs.   2016 soll die Exzellenzinitiative von einer internationalen Expertenkommission evaluiert werden. Weitere Informationen über die Gewinner in den ersten beiden Runden und über das Auswahlverfahren finden Sie hier.

  • Wissenschaft

    Erfolgreiche Förderung der Hochschulen in den ersten beiden Runden der Exzellenzinitiative

    Für die Hochschulen standen im Rahmen der ersten beiden Auswahlrunden in den Jahren 2006 bis 2012 insgesamt 1,9 Mrd. Euro zur Verfügung, 75% davon trägt der Bund. Konkret geht es beim Wettbewerb Exzellenzinitiative um drei projektorientierte Förderlinien, die auch bei der Fortsetzung erhalten bleiben
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/14300.php)

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