Bildung
Auszubildender mit Schutzhelm

Junge Menschen in Ausbildung bringen

"Die Ausbildungschancen für junge Menschen in Deutschland haben sich in diesem Jahr weiter verbessert. Es ist gelungen, mehr jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu geben." Diese positive Bilanz zog Bundesbildungsministerin Annette Schavan angesichts der veröffentlichten Ergebnisse der Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2011 am 15. Dezember in Berlin. Besonders erfreulich ist der deutliche Anstieg bei den betrieblichen Ausbildungsverträgen um 20.729 (+4,0%) auf 539.646. Insgesamt wurden 2011 570.140 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, das sind 10.180 (+1,8%) mehr als im Vorjahr.

Die Erhebung zeigt allerdings auch, dass trotz doppelter Abiturjahrgänge sowie die Ausseztung der Wehrpflicht, die demographische Entwicklung gerade in den neuen Ländern schon Realtiät ist. Weitere Ergebnisse der Erhebung sind auf den Seiten des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) abrufbar.

Sicherung des Ausbildungsangebotes ist Ziel der Bundesregierung

Die Sicherung eines adäquaten Ausbildungs- und Qualifizierungsangebots für alle ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen ist erklärte Zielsetzung der Bundesregierung. Dies gilt für leistungsstarke und leistungsschwächere Jugendliche gleichermaßen. Nur so kann der Fachkräftebedarf Deutschlands gesichert werden.

Ausbildungsmarkt: Positive Entwicklung setzt sich fort

Nach dem Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September 2011 und dem Start der Nachvermittlung geben die Partner des Ausbildungspaktes und die Bundesagentur für Arbeit eine gemeinsame Einschätzung zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt ab.

Die Ausbildungschancen der Jugendlichen verbessern sich weiter. Das steigende Angebot an Ausbildungsplätzen ist Ausdruck des Bestrebens der Betriebe, unterstützt durch die gute konjunkturelle Lage ihren Fachkräftenachwuchs durch Ausbildung zu sichern. Zudem zahlt sich auch 2011 das starke Engagement der Paktpartner und der Bundesagentur für Arbeit bei der Gewinnung neuer Ausbildungsbetriebe und neuer Ausbildungsplätze aus. Aufgrund rückläufiger Bewerberzahlen wachsen jedoch - mit unterschiedlichen Ausprägungen in den Branchen und Regionen - die Probleme ausbildungswilliger Betriebe, passende Bewerber zu finden. Zwar gelingt die Integration auch schwächerer junger Menschen erneut deutlich besser; weiterhin fällt es aber vielen schwer, den Einstieg in Ausbildung zu finden.

Im Berufsberatungsjahr 2010/2011 wurden bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern insgesamt 519.600 Ausbildungsplätze gemeldet, das waren 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen betrug der Zuwachs 10,2 Prozent, die Zahl der gemeldeten außerbetrieblichen Ausbildungsplätze sank hingegen erheblich. Trotz doppelter Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen und Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes sank die Zahl der gemeldeten Bewerber erneut um 13.700 auf 538.200 (-2,5 Prozent). Ein Grund für die sinkenden Bewerberzahlen sind die rückläufigen Zahlen nicht-studienberech­tigter Schulabgänger - den Hauptnachfragern nach Ausbildungsplätzen (-3,5 Prozent gegenüber 2010).

Das steigende Ausbildungsplatzangebot und die sinkenden Bewerberzahlen haben dazu geführt, dass zum 30.9. erneut mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (29.700) als unversorgte Bewerber (11.600) vorhanden sind. Der Überhang an Stellen (+18.100) hat sich gegenüber dem Vorjahr sogar deutlich um 10.800 vergrößert (Stellenüberhang 2010: +7.300).

Das Zwischenergebnis bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (Stand: Ende Oktober 2011) unterstreicht das vergrößerte Angebot an Ausbildungsplätzen: In Industrie und Handel wurden 340.000 Ausbildungsverträge, das sind 12.900 (+3,9 Prozent) mehr als im Vorjahr, und im Handwerk 152.500 Ausbildungsverträge abgeschlossen - ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 900 (-0,6 Prozent). Bei den Freien Berufen wurden 43.100 Verträge abgeschlossen, ein Plus von 500 (+1,1 Prozent). Die positive Entwicklung der neu abgeschlossenen Ausbildungsvertragszahlen bei rückläufigen Bewerberzahlen deutet darauf hin, dass 2011 mehr Altbewerber und lernschwächere Jugendliche den Weg in Ausbildung gefunden haben. Laut Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Jugendlichen, die sich bereits in früheren Jahren um eine Ausbildung bemüht haben (Altbewerber), um 5,7 Prozent gesunken.

Ausbildungspakt

Auch wenn die Bereitstellung eines adäquaten Ausbildungsplatzangebots in erster Linie in den Verantwortungsbereich der Wirtschaft fällt, bekennt sich die Bundesregierung zu der Verantwortung des Staates, ihren Beitrag zur Sicherung eines ausreichenden Ausbildungsplatz- und Qualifizierungsangebots zu leisten. Bundesministerin Annete Schavan auf dem BIBB-Berufsbildungs-Kongress / Quelle: BIBB/ESSie hat deshalb gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft im Juni 2004 den "Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland" vereinbart, der sowohl mehr betriebliches Ausbildungsengagement als auch zusätzliche Anstrengungen der öffentlichen Hand vorsieht. Bundesministerin Annete Schavan auf dem BIBB-Berufsbildungs-Kongress / Quelle: BIBB/ES
Dies geschah in einer Zeit akuten Lehrstellenmangels, in der es vor allem galt, die Zahl der Lehrstellen zu erhöhen. Im März 2007 wurde der Ausbildungspakt bis zum Jahr 2010 verlängert. Dabei wurden zusätzliche quantitative Zielvereinbarungen festgelegt. Zudem hat sich mit dem Bundesverband der Freien Berufe der Kreis der Paktpartner erweitert.

Gemäß dem Koalitionsvertrag für die 17. Legislaturperiode hat der Lenkungsausschuss des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs am 26. Oktober 2010 beschlossen, den Ausbildungspakt bis 2014 mit neuen Schwerpunkten fortzusetzen und neue Partner aufzunehmen. Als neue Partner wirken künftig beim Ausbildungspakt die Kultusministerkonferenz (KMK) sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit.

Für die inhaltliche Fortentwicklung des Paktes war bedeutsam, dass sich die Ausgangssituation seit 2004 grundlegend verändert hat. Statt Lehrstellenmangel ist aufgrund der demographischen Entwicklung inzwischen in einigen Branchen und Regionen ein Bewerbermangel zu verzeichnen. Gleichzeitig gibt es aber nach wie vor eine erhebliche Zahl von Bewerber/innen, denen der Übergang von der Schule in die Ausbildung nicht sofort gelingt. Hierzu zählen die sog. Altbewerber, Jugendliche mit Migrationshintergrund sowie sozial benachteiligte, lernbeeinträchtigte und behinderte Jugendliche.

Der neue Ausbildungspakt will daher unter dem Motto "Alle Potentiale erschließen" gerade diesen jungen Menschen verstärkt Chancen auf eine Berufsausbildung bieten. Das heißt vor allem, die Ausbildungsreife der Abgänger von Haupt- und Realschulen frühzeitig zu verbessern, schwächere Jugendliche intensiver zu fördern, den jungen Menschen im Übergangssystem echte Qualifizierungsangebote mit Abschlussperspektive zu eröffnen sowie die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Ausbildung voranzubringen.

Zentrale Maßnahmen der neuen Paktvereinbarung sind dabei die neue BMBF-Initiative "Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss" mit einem Gesamtvolumen von über 360 Mio. €., die mit einem umfangreichen Maßnahmenbündel auf die qualitative Verbesserung des Übergangs von der Schule in die duale Berufsausbildung zielt, sowie die von der Wirtschaft erstmals zugesagten 10.000 betrieblich durchgeführten Einstiegsqualifizierungen/Jahr speziell für förderungsbedürftige Jugendliche (EQ Plus).

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs zielt die neue Paktvereinbarung aber auch darauf, mehr leistungsstarke Jugendliche für eine betriebliche Berufsausbildung zu gewinnen. Mit dem Beitritt der KMK und Integrationsbeauftragten zum Ausbildungspakt wird die Umsetzung der geplanten Maßnahmen sowohl für die leistungsschwächeren als auch für die leistungsstärkeren Jugendlichen künftig noch zielgenauer erfolgen können.

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    Abschluss und Anschluss - Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss

    Das Verhindern von Schulabbrüchen und die Verbesserung der Übergänge von der Schule in die duale Berufsausbildung sind das Ziel der Bildungsketten-Initiative des BMBF. Eine präventive Förderung und eine Berufsorientierung, die bereits in der Schulzeit ansetzen stehen dabei im Mittelpunkt der Betrachtung: Förderbedürftige Jugendliche werden auf Ihrem Weg bis zum Ausbildungsabschluss begleitet.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/14737.php)
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    JOBSTARTER: das Förderprogramm für mehr Ausbildungsplätze

    Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt seit nunmehr vier Jahren mit JOBSTARTER die Ausbildungsstrukturentwicklung. Über 280 innovative Projekte werden gefördert. Sie alle schaffen in den Regionen zusätzliche Ausbildungsplätze und unterstützen mit zahlreichen Maßnahmen ausbildungsunerfahrene oder -müde Betriebe. Die Bilanz: Bisher konnten die JOBSTARTER-Projekte rund 56.700 Ausbildungsplätze akquirieren, wovon schon knapp 39.000 passgenau besetzt wurden.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2313.php)
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    Aufstieg durch Bildung - die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung

    Auf dem Bildungsgipfel am 22. Oktober 2008 in Dresden haben Bund und Länder Aktivitäten zur Förderung und Unterstützung von Bildung über den gesamten Lebensweg von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung im Beruf vereinbart. Die Umsetzung sowie weitere Maßnahmen erfolgen nun entsprechend den jeweiligen Zuständigkeiten.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/12042.php)
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    Einstiegsqualifizierung - den Beruf kennen lernen

    Die Einstiegsqualifizierung ist ein bezahltes Praktikum für Jugendliche ohne regulären Ausbildungsplatz. Wer zu einem Stichtag als ausbildungssuchend bei den Agenturen für Arbeit gemeldet war, kann an einer Einstiegsqualifizierung teilnehmen.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/3756.php)
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    Der Nutzen der betrieblichen Ausbildung - empirische Ergebnisse

    Ausbildung ist eine Investition in die Zukunft eines Betriebes. Sie ist zugleich eine Investition, die sich schon nach kurzer Zeit rechnet. Das zeigen die Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Erhebungen, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) regelmäßig im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchführt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2327.php)
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    Die Pilotinitiative DECVET

    Bisher fehlt für die berufliche Bildung eine einheitliche Systematik, um Lernleistungen zu beschreiben und anzurechnen. Das wird sich durch die Pilotinitiative DECVET ändern.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/15504.php)

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Dokumente

Nachvermittlung

Die Zusammenarbeit bei der Nachvermittlung von Auszubildenden und der Erfahrungsaustausch war Thema eines Workshops von BDI, ZDH und BA.

Das Ergebnis sind folgende Empfehlungen:
Leitfaden
Handlungsempfehlungen der BA
Erfassungsbogen