
Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeichnete am 24. Mai in Osnabrück beim Bundesfinale von Jugend forscht Deutschlands beste Jungforscherinnen und Jungforscher aus. "Jugend forscht führt die nächste Generation an Naturwissenschaften und Technik heran. Hier wird Zukunft gemacht", sagte Schavan. Die Ministerin machte einen ausführlichen Rundgang durch die Ausstellung der Exponate und überreichte auf der Abschlussfeier hochdotierte Sonderpreise des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundeskanzlerin und des Bundespräsidenten. In Ihrer Ansprache betonte sie die Bedeutung konsequenter Nachwuchsförderung vom Kindergarten bis zur Hochschule. "Schülerwettbewerbe sind ein ganz wichtiger Baustein in der Nachwuchsförderung. Jugend forscht führt die nächste Generation an die Wissenschaft heran".
Das BMBF fördert eine Vielzahl anspruchsvoller nationaler und internationaler Schülerwettbewerbe. Diese Wettbewerbe haben eine messbare Bedeutung für das bleibende Interesse von Kindern und Jugendlichen an Wissenschaft und Forschung. Sie prägen die Biografien der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Fast 90 % studieren später Naturwissenschaften.
Bereits zum zweiten Mal wurde in diesem Jahr bei Jugend forscht Raphael Errani aus Niedersachsen Bundessieger. Der 19-Jährige präsentierte eine überzeugende Theorie für die Entstehung eines Rings aus Dunkler Materie in unserer Galaxie. Dafür erhielt er den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit. Steffen Strobel (20) aus Bayern gewann den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit. Er entwickelte ein neuartiges Infrarotsystem, mit dem sich unter der Haut liegende Venen am Computerbildschirm visualisieren lassen. Ärzte können so gezielter Spritzen setzen.
Zur Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit werden Werkzeuge aus Stahl nach starker Erhitzung von Hand in einem Ölbad geschwenkt. Den Arbeitsablauf dieses sogenannten Härtens optimierten Jonas Barnickel und Markus Görgen aus dem Saarland. Die 19-jährigen Auszubildenden wurden mit dem Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit ausgezeichnet.
Im Fachgebiet Arbeitswelt siegten Sarah Hinz (22), Andreas Hampe (21) und Stefanie Detges (20) aus Nordrhein-Westfalen. Die Auszubildenden konstruierten eine automatische Reinigungsanlage, mit der sich die Innenflächen der Großwalzen von Papiermaschinen umweltschonend und kostengünstiger säubern lassen. Felix Baier (21) aus Bayern erforschte die hochentwickelte Verhaltensanpassung der Zypriotischen Wassernatter an ihren niederschlagsarmen Lebensraum. In seinem Projekt machte der Biologie-Sieger Vorschläge für einen effektiven Artenschutz.
Durch eigene Berechnungen gelang es Peter Pinski (19) aus Rheinland-Pfalz, herkömmliche Simulationsverfahren so zu verändern, dass sie Eigenschaften und Verhalten von Molekülen weitaus besser darstellen. Er war im Fachgebiet Chemie erfolgreich.
Den 1. Preis im Fach Geo- und Raumwissenschaften erhielten Julian Petrasch (17) und Lennart Schlieder (16) aus Berlin. Sie präsentierten eine innovative Software, mit der sich die Position von Asteroiden im Weltall genauer bestimmen lässt als mit den gängigen Methoden. Friedrich Martin Schneider (19) aus Brandenburg konnte sich über den Sieg in Mathematik/Informatik freuen. Dem Nachwuchswissenschaftler gelang es, neuartige strukturerhaltende Abbildungen zwischen mathematischen Gebilden zu entwickeln.
Mit selbst hergestellten Nano-Goldpartikeln befassten sich Karen Wintersperger (19) und Lucas Rott (18) aus Hessen. Durch die Analyse der Form dieser winzigen Teilchen und eine Modellrechnung vermochten die Physik-Sieger allgemeine Aussagen über deren optische Eigenschaften zu formulieren. Die Auszubildenden Timo Joos (18), Nadine Müller (18) und Lucas Wildermuth (19) aus Baden-Württemberg überzeugten in Technik mit ihrer computerbasierten Steuerung für das Rückwärtsfahren mit einem Anhänger. Dabei ermöglichen ein Sensor für den Lenkeinschlag, eine intelligente Kamera und ein Drehzahlmesser das problemlose Rangieren.
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