Forschung

Forschung zu Klimaschutz und Klimawirkungen

Die vom Menschen freigesetzten Treibhausgase verursachen eine Steigerung der Erdtemperatur. Als Folge nehmen extreme Wetterereignisse wie starke Stürme, Hochwasser und Dürreperioden zu. Das belegt der Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der UNO zum Klimawandel. 1992 hatten sich 189 Staaten auf die UN-Klimarahmenkonvention geeinigt. Darauf baut das Kyoto-Protokoll mit dem Ziel auf, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. Heute hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel nötig sind. Das BMBF fördert nun praxisorientierte Handlungsstrategien.

Der Mensch wirkt seit der industriellen Entwicklung aktiv auf das System Erde ein. Die freigesetzten Treibhausgase führen zu einer Steigerung der Temperatur der Erde. Dadurch nehmen extreme Wetterereignisse wie starke Stürme, Hochwasser und Dürreperioden zu. Der Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der UNO zum Klimawandel stellt auf der Grundlage weltweiter Messungen und Beobachtungen fest: In den letzten 100 Jahren hat sich die Erde im Mittel um 0,74°C erwärmt. Elf der letzten zwölf Jahre aus dem Zeitraum 1995-2006 waren unter den zwölf wärmsten Jahren seit Beginn der Beobachtungen. Das heutige Niveau der Treibhausgase liegt deutlich höher als das natürliche Niveau in den letzten 650.000 Jahren. Die globale Erwärmung und der Meeresspiegelanstieg hat sich beschleunigt, ebenso das Abschmelzen der Gletscher und Eiskappen. Der Anstieg des Meeresspiegels vollzog sich zwischen 1961 und 2003 mit einer jährlichen Durchschnittsrate von 1,8 mm. Zwischen 1993 und 2003 stieg der Meeresspiegel pro Jahr um 3,1 mm.

Die heute absehbaren Veränderungen machen es erforderlich, dass die Freisetzung klimaschädlicher Gase möglichst vermindert wird. Denn viele Auswirkungen, die für die Zeit nach 2020 vorhergesagt werden, lassen sich heute noch verringern oder zumindest verlangsamen. Je früher und je ehrgeiziger die Verminderung von Emissionen, desto höher ist aus wissenschaftlicher Sicht die Wahrscheinlichkeit, dass die Folgen des Klimawandels geringer ausfallen. Die Umweltminister der EU-Staaten haben deshalb am 20. Februar 2007 vereinbart, dass die Union ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 20% des Niveaus von 1990 senken wird. Damit übernimmt die deutsche Ratspräsidentschaft eine Vorreiterrolle in Europa und in der Welt.

Doch selbst wenn die Treibhausgas-Konzentrationen bis 2100 stabilisiert werden sollten, so sind sich die Forscher einig, dass sich das Klima über das 21. Jahrhundert hinaus unweigerlich ändern und insbesondere der Meeresspiegel weiter steigen wird. Eine Anpassung zur Bewältigung der Folgen dieser Veränderungen ist notwendig.

Das BMBF hat in den vergangenen Jahren die Forschung zum Verständnis des Klimasystems gefördert. Um die als notwendig erkannten Ziele erreichen zu können, sind zusätzliche Forschungsarbeiten erforderlich. Notwendig ist heute die Entwicklung praxisorientierter Handlungsstrategien.

Regionalwettbewerb KLIMZUG

Um ganze Regionen dabei zu unterstützen, sich auf den Klimawandel vorzubereiten, hat das BMBF den mit 75 Millionen Euro ausgestatteten Regionalwettbewerb KLIMZUG gestartet. In dieser Fördermaßnahme können sich Regionen in Deutschland bewerben, bei denen sich Partner aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zusammentun, um neuer Technologien oder auch Handlungsempfehlungen zu entwickeln, wie eine Region beispielsweise mit verlängerten Trocken- und Hitzeperioden umgeht oder wie sich gegen Überschwemmungen schützt.

klimazwei - Forschung für den Klimaschutz

Im Mittelpunkt der neuen BMBF-Fördermaßnahme "klimazwei - Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" des Rahmenprogramms "Forschung für Nachhaltigkeit" (FONA) steht nun die Entwicklung praxisorientierter Handlungsstrategien. Die bisherige Grundlagenforschung zum Klimasystem und zur Atmosphäre wird um anwendungsorientierte Aspekte aus den Bereichen des Klimaschutzes und des Umgangs mit einem veränderten Klima ergänzt.

Im Förderschwerpunkt "klimazwei" werden Forschungsprojekte zur Verminderung des Ausstosses von Treibhausen (zur so genannten "Mitigation") sowie Forschungsprojekte zum Umgang mit dem unvermeidbaren Klimawandel (zur so genanten "Adaptation") gefördert.

Aktionsprogramm Forschung zum Klimawandel

Das BMBF wird die Forschungsförderung zum Klimawandel weiter verstärken. In den nächsten drei Jahren sind zusätzliche 255 Mio. € für weitere Forschungsmaßnahmen vorgesehen. Dazu wird derzeit ein Aktionsprogramm Forschung zum Klimawandel erarbeitet. Das Programm soll sich an vordringlichen klimapolitischen Fragestellungen orientieren und von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft Beiträge zur Lösung dieser Fragestellungen einfordern.

Abgeschlossene Arbeiten

Das BMBF ist in den vorangegangenen Jahren grundsätzlichen Fragestellungen im Bereich der Atmosphären- und Klimaforschung nachgegangen:

  • Im Atmosphärenforschungsprogramm AFO2000 (Abschluss 2004) wurden übergreifende Fragestellungen zur Atmosphärenforschung bearbeitet. Die Ergebnisse erlauben verlässlichere Prognosen von Wetter und Klima.
  • Das Deutsche Klimaforschungsprogramm DEKLIM (Abschluss 2005) zielte auf die Verbesserung des Verständnisses des Klimasystems und seiner Beeinflussbarkeit durch verbesserte Klimamodellierung ab.
  • Hightech-Strategie

    Der Klima-Forschungsgipfel

    Der globale Klimawandel stellt uns vor Aufgaben, die nur mit allen verfügbaren Kompetenzen bewältigt werden können. Deshalb hat das BMBF gemeinsam mit Wissenschaft und Wirtschaft die Hightech-Strategie zum Klimaschutz erarbeitet. Hierin bündelt das BMBF die Kräfte aus Forschung und Industrie und richtet sie an klaren strategischen Zielen aus. Auf dem 2. Klima-Forschungsgipfel am 16. Oktober stellte Bundesministerin Dr. Annette Schavan die Hightech-Strategie zum Klimaschutz und erste Maßnahmen zu ihrer Umsetzung vor.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/8186.php)
  • Forschung

    Speicherung von Treibhausgasen

    Der Ausstoß von Treibhausgasen ist Motor des Klimawandels. Die EU hat sich verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen um 20 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken und bis zum Jahr 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Verbrauch auf 20 Prozent zu steigern. Das ist ein Ergebnis der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Eine Schlüsseltechnologie dazu ist die Abtrennung von CO² bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe und dessen anschließende Speicherung in geologischen Formationen. Das BMBF fördert hierzu diverse Forschungsvorhaben. Die Bundesregierung hat nun einen Bericht vorgelegt.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/7869.php)
  • Forschung

    Meeresforschung, Polarforschung, Geowissenschaften

    Wissenschaftler untersuchen die Prozesse und Wechselwirkungen im Gesamtsystem Erde, um die natürlichen Gleichgewichte und Kreisläufe zu verstehen und die Einflüsse des Menschen besser abschätzen zu können. Diese Fragestellungen sind Gegenstand der Forschungsförderung im Bereich Meeres- und Polarforschung sowie der Geowissenschaften.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/7605.php)
  • Forschung

    Polarforschung: Dem Klimageschehen auf der Spur

    Die Polregionen sind Klimakammern der Erde. Der Austausch zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre gibt wichtige Informationen über klimatische Veränderungen. Noch fehlen mathematische Modelle, um die Daten zuverlässig interpretieren zu können. Für das Verständnis des Klimas ist die Forschung in Arktis und Antarktis deswegen von großer Bedeutung.
    mehr (URL: http://www.bmbf.de/de/2647.php)

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Dokumente

Publikationen

  • Die Hightech-Strategie zum Klimaschutz

    Titelbild der Publikation

    2007, 52 Seiten

    Download [PDF - 1,79 MB] (URL: http://www.bmbf.de/pot/download.php/M%3A0+Die+Hightech-Strategie+zum+Klimaschutz/~DOM;/pub/hightech_strategie_fuer_klimaschutz.pdf)
    barrierefrei

  • klimazwei Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen

    Titelbild der Publikation

    2007

    Download [PDF - 177,8 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pot/download.php/M%3A0+klimazwei+%96+Forschung+f%FCr+den+Klimaschutz+und+Schutz+vor+Klimawirkungen/~DOM;/pub/flyer_klimazwei.pdf)
    barrierefrei

  • klimazwei Research for climate protectionand protection from climate impacts

    Titelbild der Publikation

    2007

    Download [PDF - 178,7 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pot/download.php/M%3A0+klimazwei+%96+Research+for+climate+protectionand+protection+from+climate+impacts/~DOM;/pub/flyer_klimazwei_eng.pdf)
    barrierefrei

Hier finden Sie die lieferbaren Materialien.
(URL: http://www.bmbf.de/publikationen/)