
Die Internationalisierung von Wirtschaft und Arbeitswelt erfordert zunehmend Fachkräfte mit Fremdsprachenkenntnissen, interkultureller Kompetenz sowie Wissen über andere Wirtschaftsräume und Geschäftspraktiken. Diese können nicht früh genug erworben werden. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit Mitte der 90er Jahren in Kooperation mit den Niederlanden, Norwegen und Großbritannien bilaterale Austauschprogramme für Auszubildende. Mit Frankreich besteht ein bilaterales Austauschprogramm bereits seit 30 Jahren.
Für die beteiligten Auszubildenden und Berufsbildungsverantwortlichen aus Deutschland bieten diese Austauschmaßnahmen die Möglichkeit, andere Ausbildungssysteme kennenzulernen und betriebliche Praxiserfahrung im Ausland zu sammeln. Durch den Aufbau grenzüberschreitender Kooperationsstrukturen und die Zusammenarbeit relevanter Berufsbildungsakteure in der Region sollen Auslandsaufenthalte in der Erstausbildung Teil der betrieblichen Ausbildungsstrategie der beteiligten Unternehmen und Einrichtungen werden.
Aufgrund der verstärkten Einbeziehung der Wirtschaft weisen die Austauschprojekte für Auszubildende einen hohen Praxisbezug auf und tragen damit zu einem hohen Kompetenzgewinn bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, insbesondere im Bereich der beruflichen Fachkompetenzen, bei. Das den bilateralen Austauschprogrammen zugrundeliegende Prinzip der Gegenseitigkeit leistet hier einen entscheidenden Beitrag für die hohe Qualität der Austauschprogramme, welche wiederum zu einer höheren Mobilitätsbereitschaft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer weiteren Berufsbiographie beitragen.
Deutsch-Französisches Programm
Die Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik haben am 5. Februar 1980 das Abkommen über die Durchführung eines Austausches von Jugendlichen und Erwachsenen in der beruflichen Aus- oder Fortbildung unterzeichnet und wollen damit
den Austauschteilnehmern und Austauschteilnehmerinnen einen Teil der eigenen beruflichen Ausbildung im anderen Land ermöglichen,
Durchgeführt wird das Deutsch-Französische Austauschprogramm in der beruflichen Bildung vom Deutsch-Französischen Sekretariat in Saarbrücken. Es unterstützt das Ziel der deutsch-französischen Agenda, jährlich 5000 Teilnehmer aus Deutschland und Frankreich eine berufliche Lernerfahrung im Partnerland zu ermöglichen.
Deutsch-Französisches Austauschprogramm in der beruflichen Aus- und Weiterbildung
BAND - Bilaterales Austauschprogramm Niederlande-Deutschland
Die längste Tradition unter den von der GIZ durchgeführten Austauschprogrammen kann das Bilaterale Austauschprogramm Niederlande-Deutschland (BAND) aufweisen, es existiert bereits seit 1995. Die Partnerorganisation in den Niederlanden ist das "Centrum van Innovatie voor Opleidingen" (CINOP). Besondere Instrumente sind hierbei die Musterprojekte, die die Ausarbeitung eines konkreten Produktes (Qualifizierungsmodul o.ä.) während der Projektzeit vorsehen, oder die Konferenzen für Auszubildende, die Teilenehmenden der Austauschprogramme einen direkten, persönlichen Austausch ermöglichen. Jedes Jahr profitieren in Deutschland ca. 190 Auszubildende von BAND. Seit 1995 haben fast 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Lernerfahrung in den Niederlanden machen können.
BAND: bilateraler Austausch von Auszubildenden und Ausbildern mit den Niederlanden
GJØR DET - Bilaterales Austauschprogramm Norwegen-DeutschlandDas deutsch-norwegische Austauschprogramm GJØR DET besteht seit 2003. Als wichtiger Handelspartner der deutschen Wirtschaft ist Norwegen für viele Unternehmen ein interessantes Partnerland. Die Partnerorganisation in Norwegen ist das Norwegische Zentrum für internationale Hochschulzusammenarbeit (SIU). Jedes Jahr profitieren in Deutschland ca. 210 Auszubildende von dem Programm. Seit seiner Gründung haben fast 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Lernerfahrung in Norwegen machen können.
Training Bridge
Über 15 Jahre wurden in diesem Programm deutsch-britische Projektpartnerschaften gefördert. Zahlreiche Auszubildende bekamen so die Möglichkeit, berufsrelevante Einblicke in britische Unternehmen zu erhalten. Ab 2012 können leider keine deutsch-britischen Austauschprojekte mehr gefördert werden.
Weitere Informationen zu den Bilateralen Austauschprogrammen für Auszubildende sind hier erhältlich.
Deutsch-Israelischer Expertenaustausch in der beruflichen Bildung
Seit mehr als 40 Jahren dient das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung als Plattform für Know-How-Transfer und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften aus Deutschland und Israel zu aktuellen berufsbildungspolitischen Themen. Die Schaffung nachhaltiger nationaler und bilateraler Netzwerke steht dabei ebenso im Fokus des Programms wie die Innovation der Berufsbildungssysteme und die interkulturelle Kompetenzerweiterung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das BMBF fördert sowohl Study Tours und Konferenzen als auch Seminare und Projekte in der Deutsch-Israelischen Kooperation.
Gruppenaustausch für Fachkräfte in der Berufsbildung
Das Europäische Zentrum für die Berufe in der Denkmalpflege in Thiene bietet theoretische und praktische Weiterbildungen in vier Sprachen - Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch - an und fördert den Dialog zu Konzepten und Herausforderungen in der europäischen Denkmalpflege. Das BMBF vergibt seit 1985 jährlich Stipendien an Gesellen und Meister in den Bereichen Maler/Lackierer, Steinmetz, Tischler, Stuckateur und Metallbauer für einen dreimonatigen Fortbildungskurs. Weitere Informationen zum Stipendienprogramm in der Denkmalpflege:www.villafabris.eu/villafabris_deu/home.php
Information und Beratung zu Auslandsmobilität: Für eine erfolgreiche Umsetzung von internationalen Mobilitätsphasen sind Vorbereitung und Information wichtige Faktoren. Die Informations- und Beratungsstelle für Praxiserfahrung im Ausland (IBS) ist daher seit 1987 als zentrale deutsche Serviceeinrichtung für Fragen rund um die berufliche Auslandsquallifizierung tätig. Im Auftrag des BMBF bietet die IBS einen Überblick über die Vielzahl von Stipendien- und Förderangeboten, die Mobilität zu Lernzwecken zu unterstützen. Sie hilft, das richtige Qualifzierungsprogramm zu finden, berät über Finanzierungsmöglichkeiten, gibt Tipps zur Vorbereitung auf das Gastland und informiert auf zahlreichen Bildungs- und Informationsveranstaltungen die Öffentlichkeit über das breite Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten in aller Welt. Als institutionenübergreifene Schnittstelle bietet die IBS eine Vielfalt von Dienstleistungen, um in Wirtschaft und Gesellschaft Möglichkeiten zur beruflichen Aus- und Weiterbildung im Ausland zu stärken und bekannt zu machen. Informationen über konkrete Austauschmaßnahmen sowie Publikationen rund um das Thema Auslandsqualifizierung sind auf der Internet-Seite der IBS erhältlich: www.giz.de/ibs.
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auf dem Gebiet der beruflichen Bildung zwischen der Französischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland (URL: http://www.bmbf.de/pubRD/gemeinsame_erklaerung_berufliche_bildung_dt-frz.pdf)

Programme zur Aus- und Weiterbildung in Frankreich
2003, 14 Seiten
Download [PDF - 642,7 kB] (URL: http://www.bmbf.de/pub/deutsch-franzoesischer_austausch_id_bb.pdf)
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