25.09.2006 [Pressemitteilung 163/2006]

Staatssekretär Andreas Storm: "Gemeinsam für mehr Ausbildung"

Ministerium wirbt für mehr Lehrstellen in Unternehmen ausländischer Herkunft

Die Konferenzreihe "Aktiv für Ausbildungsplätze" ist am Montag im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin erfolgreich gestartet. Ziel dieser Initiative ist, Unternehmen mit Inhabern ausländischer Herkunft stärker in die Berufsausbildung einzubinden. Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), eröffnete die erste von insgesamt acht Regionalkonferenzen zu diesem Thema. Storm hat gemeinsam mit der Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, die Schirmherrschaft für die Konferenzreihe übernommen. "Unternehmen mit ausländischen Inhabern sind inzwischen ein wichtiger Teil der deutschen Wirtschaft", sagte Andreas Storm. "Noch bilden diese Unternehmen nicht in dem gleichen Maße aus wie Firmen mit Inhabern deutscher Herkunft. Ich bin mir aber sicher, dass sie aufholen werden. Wir werden gemeinsam die Voraussetzungen dafür schaffen, dass diese Betriebe mehr ausbilden."

Die Berliner Konferenz ist die erste von insgesamt acht regionalen Konferenzen der Initiative "Aktiv für Ausbildungsplätze". Weitere Tagungsorte sind Köln, Ludwigshafen, Frankfurt, Hamburg, München, Hannover und Stuttgart. Initiatoren des Kreises sind das BMBF und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag. Neben Vertretern von zwölf ausländischen Unternehmerverbänden wirken die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung sowie der Zentralverband des Deutschen Handwerks mit. Durch die Initiativen in den großen Ballungsräumen wollen alle Beteiligten gemeinsam das Potenzial von rund 10.000 Ausbildungsplätzen bei Unternehmern mit Migrationshintergrund bis 2010 erschließen.

"In Berlin sind wir mit einem JOBSTARTER-Projekt des Bildungswerks Kreuzberg sehr erfolgreich gestartet", berichtete Storm. Dort sind in vier Monaten mehr als  60 Ausbildungsplätze in Unternehmen mit türkischen Inhabern geschaffen worden. "Daran zeigt sich das große Potenzial, das in den vielen Unternehmen ausländischer Herkunft allein in Berlin steckt", sagte Storm. Bundesweit gebe es rund 300.000 Unternehmen, deren Inhaber ausländischer Herkunft sind. Jede Initiative von Betrieben sei willkommen, und man sehe an der Diskussion, dass in Berlin auf den Erfolg der vergangenen Jahre aufgebaut wird.

Auch Unternehmer türkischer, russischer, griechischer und italienischer Herkunft, die an der Konferenz teilnahmen, haben deutlich gemacht, dass eine spezifische Beratung in ihren Unternehmen sie von den Vorteilen der dualen Berufsausbildung überzeugen konnte. Sabahattin Sari, Berliner Unternehmer türkischer Herkunft, profitierte bereits von der Beratung des Bildungswerks Kreuzberg. "Viele ausländische Unternehmer haben keine Erfahrung mit dem deutschen Ausbildungssystem und wissen oft nicht, dass sie selbst ausbilden können. Da hilft nur Information und Beratung", forderte er und unterstrich die Notwendigkeit von spezifischen Beratungsangeboten. Alexej Leunov, Inhaber einer Berliner Hotelkette, regte an, dass in bestimmten Branchen eine internationale Ausrichtung der Auszubildenden durch Auslandspraktika von großem Vorteil sein könne.

"Die Industrie- und Handelskammer Berlin kooperiert seit Jahren erfolgreich mit den türkischen Unternehmerverbänden, bekräftigte Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin. Seine Kammer wolle daher weitere Initiativen zu Gunsten anderer Nationalitätengruppen unterstützen.

 

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